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Sachbezug auf BEV: Die Politik bremst ihren stärksten Hebel aus

Veröffentlicht am 8. Mai 2026

Mit dem neuen Sachbezug auf batterieelektrische Dienstfahrzeuge schwächt die österreichische Steuerpolitik genau jenen Hebel, der die Klimaziele 2030 erreichbar machen sollte: die Elektrifizierung betrieblicher Flotten. Der Fuhrparkverband Austria fordert den Erhalt der Sachbezug-Befreiung – mit klaren Argumenten.

 Über 70 Prozent aller Elektrofahrzeuge in Österreich werden von Unternehmen gekauft. Damit sind betriebliche Flotten der entscheidende Treiber der Verkehrswende und der Motor des künftigen BEV-Gebrauchtwagenmarkts. Was heute nicht in Firmenflotten zugelassen wird, fehlt morgen für Privathaushalte. Wer diesen Mechanismus schwächt, verlangsamt die Dekarbonisierung gleich auf zwei Ebenen.

 Genau das geschieht aktuell. Der Null-Sachbezug auf BEV-Dienstfahrzeuge – bisher ein einfacher, sofort verständlicher Vorteil und wesentlicher Akzeptanzfaktor für Mitarbeitende – fällt. Nach der motorbezogenen Versicherungssteuer für E-Fahrzeuge im April 2025 werden die Rahmenbedingungen nun zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres verschärft.

 Mehreinnahmen heute, Milliardenkosten morgen

Die Einnahmen durch den Sachbezug sollen sich 2027 auf 75 Millionen und ab 2028 auf 160 Millionen Euro belaufen. Verfehlt Österreich allerdings die EU-Klimaziele 2030, drohen laut Rechnungshof bis zu neun Milliarden Euro an Strafzahlungen. Für kurzfristige Mehreinnahmen riskiert die Politik weniger E-Zulassungen und langfristig Milliardenverluste.

 Falsches Preissignal

Wird die Privatnutzung von E-Fahrzeugen besteuert, sinkt deren relativer Vorteil gegenüber Verbrennern. In der Praxis führt das zu mehr Widerstand in Car Policies, höheren Kompensationsforderungen und einer langsameren Umstellung.

 Die Forderung des Fuhrparkverband Austria

Der Fuhrparkverband Austria (FVA) fordert die uneingeschränkte Beibehaltung des Null-Sachbezugs für rein elektrische Dienstfahrzeuge. Eine Evaluierung steuerlicher Maßnahmen im Bereich Firmenmobilität müsse anhand klarer Kriterien erfolgen: Beitrag zur CO₂-Reduktion, Wirkung auf die Flottenelektrifizierung, Investitionssicherheit und administrative Einfachheit. Der Fuhrparkverband Austria bietet seine Expertise für künftige politische Diskussionen an.

 „Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Wer Car Policies und Vertragszyklen über Jahre auf Basis bestehender Regeln kalkuliert, kann nicht im Nachhinein zur Kasse gebeten werden. Genau hier wird Vertrauen verspielt – und der wohl wichtigste Hebel für das Erreichen der Klimaziele. Der Fuhrparkverband Austria wird dem zuständigen Ministerium seine Mitarbeit anbieten, um Knowhow und Entscheidungsgrundlagen aus der Praxis einzubringen." Henning Heise, Obmann Fuhrparkverband Austria

 Eine aktuell laufende Blitzbefragung des FVA unter Österreichs Fuhrparkverantwortlichen wird in Kürze mit konkreten Daten belegen, wie tief die Maßnahme bereits in die Beschaffungspraxis eingreift.

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