Die Kosten für Unfallschäden sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Verantwortlich dafür sind unter anderem höhere Lohnkosten, steigende Energie- und Mietpreise sowie stark gestiegene Ersatzteilpreise. Die Versicherungsprämien haben sich jedoch nicht im gleichen Ausmaß erhöht. In der Folge weisen immer mehr Unternehmen einen sogenannten negativen Schadensverlauf auf – das heißt, die von den Versicherungen zu tragenden Reparaturkosten übersteigen die eingenommenen Prämien.
Die Blitzumfrage des Fuhrparkverband Austria im Oktober zum Thema negativer Schadensverlauf in der Kfz-Versicherung zeigt: Mit 53 Prozent ist mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen von dieser Problematik betroffen.

Bei einer genaueren Betrachtung der Ergebnisse zeigen sich mehrere interessante Aspekte. Bei rund zwei Dritteln der betroffenen Unternehmen wurden die Ursachen für den negativen Schadensverlauf aktiv angesprochen.

Lediglich acht Prozent der Befragten gaben an, dass keine Prämienerhöhung geplant ist. Bei 68 Prozent beabsichtigen die Versicherungen eine „moderate“ Prämienanpassung von bis zu 50 Prozent. Bei 20 Prozent soll sich die Prämie verdoppeln, bei weiteren vier Prozent ist sogar eine Erhöhung von mehr als 100 Prozent vorgesehen.

Neben der Prämienanpassung wird häufig auch der Selbstbehalt erhöht. Bei knapp einem Drittel der Unternehmen blieb dieser unverändert. Etwas mehr als 40 Prozent berichteten von einer moderaten Erhöhung des Selbstbehalts um bis zu 50 Prozent, bei knapp einem Drittel soll sich der Selbstbehalt künftig verdoppeln.

Die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass über Prämien- und Selbstbehaltserhöhungen hinaus keine weiteren Maßnahmen zur Sanierung des negativen Schadensverlaufs vorgeschlagen wurden. Vier Prozent der Unternehmen erhielten Empfehlungen für Fahrsicherheitstrainings oder sonstige Maßnahmen. 12,5 Prozent wurde geraten, günstigere Werkstätten zu nutzen, während 30 Prozent ein Versicherungswechsel als Lösung vorgeschlagen wurde.

Fazit der Befragung
Etwas mehr als die Hälfte der Befragten gab an, über einen negativen Schadensverlauf informiert worden zu sein. Dieser Wert liegt erfreulicherweise deutlich unter den oft kolportierten 80 Prozent.
Weniger erfreulich ist jedoch, dass in mehr als 50 Prozent der Fälle ausschließlich Prämien- und Selbstbehaltserhöhungen als Lösung vorgeschlagen wurden. Dies mag kurzfristig zur Ergebnisverbesserung der Versicherungen beitragen, stellt für die Unternehmen jedoch keine nachhaltige Unterstützung dar. Im Gegenteil: Die Total Cost of Ownership (TCO) des Fuhrparks steigt weiter, während indirekte Kosten – etwa durch Arbeitszeitverluste bei Unfällen und deren administrativer Abwicklung – unberücksichtigt bleiben.
Auch der häufig empfohlene Versicherungswechsel kann allenfalls kurzfristig Entlastung bringen. Denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Ohne strukturelle Verbesserungen drohen mittelfristig erneut steigende Kosten.
Was vielfach fehlt, sind langfristige Konzepte zur nachhaltigen Reduktion von Schadenhäufigkeit und Schadenkosten. Nur so können Unternehmen den steigenden Belastungen wirksam entgegenwirken. Der Fuhrparkverband Austria wird daher entsprechende Konzepte für seine Mitglieder entwickeln und vorantreiben.

