Mit der heutigen Budgetrede hat die Bundesregierung das Doppelbudget 2027/2028 präsentiert. Im Zuge dieses Budgets soll erstmals auch die Privatnutzung von Elektro-Dienstwagen als Sachbezug besteuert werden. Gegenüber den ursprünglichen Plänen wurden die Werte zuletzt gesenkt. Der Fuhrparkverband Austria (FVA) sieht darin aber noch keine Lösung und fordert, die Sachbezugsbefreiung bis zum geplanten Beschluss am 10. Juli vollständig zu erhalten.
Wien, 10. Juni 2026 – Mit dem geplanten Sachbezug auf rein elektrische Dienstwagen ab 2027 entfällt ein zentraler Anreiz für die Elektrifizierung von Unternehmensflotten. Bei privater Nutzung wird künftig ein geldwerter Vorteil versteuert: ab 2027 mit 0,375 Prozent der Anschaffungskosten pro Monat, ab 2028 mit 0,625 Prozent. Ursprünglich waren für 2028 0,75 Prozent vorgesehen, die Belastung wurde damit nur geringfügig nach unten korrigiert. Bei einer Bemessungsgrenze von 48.000 Euro ergibt sich ab 2028 ein Sachbezug von bis zu 300 Euro pro Monat, für Beschäftigte rund 1.800 Euro im Jahr.
Investitionsbremse bleibt
Den Mehreinnahmen von rund 75 Millionen Euro im Jahr 2027 und 160 Millionen Euro ab 2028, mit denen die Regierung rechnet, steht aus Sicht des FVA ein deutlich größerer volkswirtschaftlicher Schaden gegenüber, wenn die Elektrifizierung der Firmenflotten ins Stocken gerät. Wie unmittelbar die Maßnahme wirkt, zeigt eine FVA-Befragung unter 143 Flottenverantwortlichen: 71 Prozent der Unternehmen setzen ihre Beschaffung von Elektrofahrzeugen aus oder stellen sie infrage. Da Firmenflotten als wichtigster Treiber der Elektrifizierung gelten, trifft ein steuerlicher Nachteil die Verkehrswende an einer zentralen Stelle.
"Die Senkung des Sachbezugs für Elektrofahrzeuge stellt keinen zufriedenstellenden Kompromiss dar. Ein reduzierter Sachbezug bleibt ein Sachbezug. Für Firmenflotten entsteht eine Investitionsbremse, wo vorher ein klarer Anreiz war. Wir stehen nach wie vor hinter der Forderung, die Sachbezugsbefreiung für Elektroautos vollständig beizubehalten."
Henning Heise, Obmann Fuhrparkverband Austria
Fuhrparkverband Austria sieht noch Zeit für Abkehr vom Sachbezug
Der FVA fordert die vollständige Beibehaltung der Sachbezugsbefreiung für Elektrofahrzeuge sowie einen Bestandsschutz für bereits zugelassene Fahrzeuge. Da die parlamentarischen Beratungen zum Doppelbudget noch bis Juli laufen, bleibt ausreichend Zeit, um von dieser Maßnahme abzusehen. Auf dieser Basis steht der Verband für einen konstruktiven Dialog mit der Politik bereit, um stabile und planbare Rahmenbedingungen zu schaffen.
"Maßnahmen, die den Fuhrpark betreffen, sollten von Beginn an mit jenen entwickelt werden, die sie in der Praxis umsetzen. Der Fuhrparkverband bündelt die Expertise von rund 100 Mitgliedsunternehmen mit über 23.000 Firmenfahrzeugen und steht der Politik als fachlicher Ansprechpartner zur Verfügung, der bereits im Vorfeld eingebunden werden sollte, damit solche Regelungen treffsicher und praxistauglich sind."
Erich Pomassl, Generalsekretär Fuhrparkverband Austria
Über den Fuhrparkverband
Der Fuhrparkverband Austria (FVA) ist die einzige Netzwerk- und Informationsplattform für Unternehmen und Flottenmanager in Österreich. Der FVA agiert überparteilich und unabhängig – und versteht sich als Sprachrohr und Kompetenzpartner für Mitglieder, die Fuhrparkbranche, Politik und Journalisten in betrieblichen Mobilitätsfragen. Aktuell zählt der Fuhrparkverband Austria rund 100 Mitglieder, die über 23.000 Firmenfahrzeuge in Österreich und 50.000 Pkw und Nutzfahrzeuge international im Rahmen der Unternehmensmobilität betreiben.
Rückfragehinweis:
Henning Heise Erich Pomassl
Obmann Fuhrparkverband Austria Generalsekretär Fuhrparkverband Austria
henning.heise@fuhrparkverband.at office@fuhrparkverband.at
Presseanfragen:
Patrick Aulehla
PauaKommunikation
patrick@paua-kommunikation.at

