Alternative Antriebe sind in nahezu jedem Fuhrpark angekommen. Die entscheidende Frage ist dabei längst nicht mehr die technische Machbarkeit, sondern die Wirtschaftlichkeit über die gesamte Haltedauer. Genau dieser Frage ging die FVA-Veranstaltung am 12. Oktober 2026 bei der Hierzmann Transporte GmbH in Premstätten nach.
Gastgeber für den Workshop „TCO in der Praxis: Lohnen sich alternative Antriebe?“ war das Transport- und Logistikunternehmen Hierzmann Transporte GmbH mit Sitz in Premstätten, das mit rund 100 Lastkraftwagen einen anspruchsvollen Fuhrpark betreibt. Vorangegangen war eine Besichtigung des Betriebs, die den Teilnehmern einen Eindruck vom täglichen Einsatz dieser Fahrzeuge vermittelte. Den fachlichen Kern des Abends bildete anschließend der Vortrag von Henning Heise, Geschäftsführer der heise fleetconsulting und Obmann des Fuhrparkverband Austria.
Heise zeigte, wie sich eine TCO-Berechnung konkret auf alternative Antriebe anwenden lässt, welche Kostenfaktoren den Ausschlag geben und wo die typischen Fehlerquellen liegen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Fuhrparkverantwortliche fundiert entscheiden, welcher Antrieb zu welchem Einsatzprofil passt. Deutlich wurde dabei vor allem eines: Die Antwort entsteht nicht am Anschaffungspreis, sondern in einer sauberen Vollkostenrechnung.
„Ob sich ein alternativer Antrieb rechnet, wird nicht allein durch den Anschaffungspreis entschieden, sondern durch eine saubere und vollumfängliche Gesamtkostenrechnung. Diese muss beispielsweise auch große Preisunterschiede zwischen den unterschiedlichen Ladearten – etwa AC-Laden und Hypercharging – abbilden.”
Henning Heise, Geschäftsführer der heise fleetconsulting und Obmann des Fuhrparkverband Austria)
Drei Erkenntnisse nahmen die Teilnehmer mit. Erstens: Ein Elektrofahrzeug rechnet sich im Betrieb durchaus, gerade bei den aktuellen Strom- und Treibstoffpreisen. Zweitens: Entscheidend ist eine exakte TCO-Kalkulation, die alle relevanten Kostenfaktoren einbezieht, von der Energie bis zu Positionen wie Reifen, die in der Praxis gern unterschätzt werden. Drittens: Beim Laden macht die Infrastruktur den Unterschied. Vorzugsweise wird am Firmengelände oder an AC-Stationen geladen, während regelmäßiges Schnellladen die Kosten deutlich nach oben treibt. Hier lohnt der Blick auf spezielle Ladetarife.
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Ausklang, bei dem die Teilnehmer Erfahrungen austauschten und offene Fragen vertieften. Der Fuhrparkverband Austria setzt mit Formaten dieser Art seine Reihe praxisnaher Veranstaltungen fort, die Fuhrparkverantwortlichen fundierte Grundlagen für ihre Entscheidungen liefern.


