Unfälle im Fuhrpark passieren nun einmal, dagegen lässt sich wenig tun. Im Zuge des Workshops Schadensmanagement räumte Henning Heise, Obmann des Fuhrparkverband Austria (FVA), mit dieser Annahme auf. Sein Ansatz: Ein Großteil der Schäden und der damit verbundenen Kosten ist vermeidbar, wenn Fuhrparkverantwortliche proaktiv statt reaktiv steuern.
Am 21. September 2026 lud der Fuhrparkverband Austria zum Workshop Schadensmanagement in das Leonardo Hotel Wien Schönbrunn. Für die 26 Teilnehmer vor Ort und im Online-Live-Stream griff der FVA ein Thema auf, das viele Fuhrparks längst spüren: Versicherungs- und Schadensaufwendungen zählen zu den größten Kostenfaktoren im Fuhrparkmanagement, und die Reparaturkosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Trifft ein hohes Unfallaufkommen auf teurere Reparaturen, entstehen negative Schadensverläufe bei der Versicherung. Die Folgen bekommen Unternehmen unmittelbar zu spüren – in Form von Prämiensteigerungen, höheren Selbstbehalten und zusätzlichem administrativem Aufwand.
Vortragender Henning Heise, Obmann des FVA und geschäftsführender Gesellschafter der heise fleetconsulting GmbH, setzte genau bei einer verbreiteten Annahme an: Unfälle passierten nun einmal, dagegen lasse sich wenig ausrichten. Der Abend zeigte das Gegenteil. „Unfallschäden können vermieden werden – und damit auch die hohen Kosten, die sie verursachen“, so Heise.
Proaktives Schadensmanagement als wichtigster Hebel
Im Zentrum des Workshops stand das Konzept des proaktiven Schadensmanagements. Der Grundgedanke: Schäden nicht nur effizient abwickeln, sondern bereits im Vorfeld vermeiden. Dafür braucht es kein einzelnes Werkzeug, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Hebel. Ein laufendes Monitoring der auftretenden Schäden macht mögliche Muster sichtbar. Regelmäßige Aufklärung und permanente Kommunikation halten das Thema bei den Fahrern präsent. Ein gezieltes Routing in freie Werkstätten senkt die Reparaturkosten, gleichzeitig belohnen Incentive-Programme schadenfreies Fahren. Und auch die Wirkung von Fahrsicherheitstrainings auf das Schadensgeschehen wurde beleuchtet – sie zeigen ebenfalls deutlich Effekte.
Der Tenor des Workshops: Der Großteil der Schäden entfällt auf Klein- und Bagatellschäden, die häufig aus Unachtsamkeit entstehen und ohne spürbare Folgen bleiben. Genau hier setzt proaktives Schadensmanagement an. Wer den Schadensverlauf konsequent beobachtet, gezielt informiert und bei den Maßnahmen dranbleibt, reduziert nicht nur die Zahl der Unfälle, sondern auch die Kosten, bevor sie die nächste Prämienrunde erreichen.


